Zuchtarbeit ist immer auch Terminarbeit, egal wie das Wetter ist. Am Sonntag, den 10. Mai, fand am Vereins- und Lehrbienenstand der Umlarvtermin mit einer Buckfast-Zuchtkönigin statt. Diese Zuchtkönigin wurde vom Verein speziell für die gemeinschaftliche Königinnenzucht angeschafft, insbesondere im Rahmen des Projekts „Varroa 2033 – 20 drei drei behandlungsfrei“.
Zusätzlich wurde am Montag, den 11. Mai, für die Carnica-Imker eine weitere Zuchtserie umgelarvt. Damit haben nahezu alle Imkerinnen und Imker die Möglichkeit, von den ausgewählten Zuchtmüttern zu profitieren und hochwertige Königinnen für ihre eigenen Völker nachzuziehen.
Im weiteren Verlauf der vereinsinternen Zuchtarbeit ist geplant, künftig jedes Jahr im Wechsel eine Zuchtkönigin unterschiedlicher Rassen anzuschaffen und gemeinschaftlich weiter zu züchten. Auf diese Weise soll die Zuchtarbeit im Verein nachhaltig gestärkt und die Qualität der Bienenvölker langfristig verbessert werden.
Als Vorarbeit für die Königinnenzucht wurden aus sechs Bienenvölkern, die dem Verein hierfür zur Verfügung gestellt wurden, zwei Sammelbrutableger gebildet. Gleichzeitig wurden auch Königinnenableger mit den bisherigen Königinnen der jeweiligen Völker erstellt.
Die Sammelbrutableger wurden bereits am 30. April gebildet und erhielten jeweils einen Pheromonstreifen. Dadurch sollte verhindert werden, dass die Bienen aus der Notsituation heraus selbstständig mit der Nachschaffung einer Königin beginnen. Dennoch wurden die Sammelbrutableger an zwei Terminen sorgfältig kontrolliert.
Die große Durchsicht fand am 9. Mai statt. Dabei wurden sämtliche Waben gezogen, abgefegt und gezielt auf Weiselzellen sowie auf offene Brut – einschließlich Drohnenbrut – überprüft. Vorhandene Weiselzellen und offene Brut wurden konsequent entfernt. Dank der eingesetzten Pheromonstreifen bildete sich in den beiden Sammelbrutablegern lediglich jeweils eine einzige Weiselzelle.
Der Pheromonstreifen wurde am 9. Mai aus dem Sammelbrutableger für die Buckfastzucht entfernt und am 10. Mai aus dem Sammelbrutableger für die Carnica-Zucht. Damit waren die Völker optimal auf die anschließende Umlarvarbeit vorbereitet.
Den Imkerinnen und Imkern stehen nun verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die neuen Königinnen in ihre Völker einzuweiseln beziehungsweise für die eigene Nachzucht zu nutzen.
Angeblasene Weiselzelle:
Die angeblasenen Weiselzellen können von den Imkerinnen und Imkern selbstständig in weiselrichtigen Völkern im Honigraum fertig gepflegt und versorgt werden.
Schlupfreife Weiselzelle:
Mit schlupfreifen Weiselzellen können unmittelbar Ableger mit offener Brut gebildet werden, sobald die Zellen in einen Ausfressschutz eingesetzt wurden. Ebenso können weisellose Völker – auch solche mit offener Brut – mit diesen Weiselzellen gebildet werden.
Unbegattete Königin:
Die geschlüpften, unbegatteten Königinnen können mithilfe eines Zusetzkäfigs in weisellose Völker ohne offene Brut eingeweiselt werden. Auch bei Völkern mit offener Brut besteht die Möglichkeit der Einweiselung. In diesem Fall erfolgt dies mit Unterstützung einer Zweitschlupfzelle.
Begattete Königin:
Die Königinnen werden in Begattungseinheiten aufgestellt und können anschließend bereits begattet an die Imkerinnen und Imker abgegeben werden. Die Einweiselung erfolgt entweder durch Zusetzen mit einem Zusetzkäfig in brutfreie Völker oder – bei Völkern mit Brut – mithilfe einer Zweitschlupfzelle.
Für die kommenden Jahre ist zudem geplant, die Königinnen gemeinschaftlich zu Anpaarungsplätzen, Belegstellen oder auch auf Inselbelegstellen zu bringen. Damit soll die Qualität der Anpaarung weiter verbessert und die gemeinsame Zuchtarbeit im Verein nachhaltig ausgebaut werden.

