Fachkundenachweis Honig – Wir gratulieren allen erfolgreichen Teilnehmern!

Am 24. und 25. März fand in Irmgardeichen der Jährliche Fachkundelehrgang Honig statt, welcher vom Landesverband Westfälisch Lippischer Imker e.V. veranstaltet wird. Auch Jungimker vom Imkerverein Siegen e.V. haben daran teilgenommen, wobei sich das „Jung“ nicht auf das Alter sondern auf die imkerliche Erfahrung bezieht.

In diesem Lehrgang werden Inhalte wie  z.B. Honigrohstoff, Honigentstehung, Honigreifung, Honigbearbeitung und gesetzliche Verordnungen vermittelt. Das Zertifikat „Fachkundenachweis Honig“ erhält man nach erfolgreichen Bestehen eines Tests. Das Zertifikat ist im Kreise der Imker wichtig, da nur mit diesem Zertifikat – in Verbindung mit der Mitgliedschaft in einem Imkerverein – die Möglichkeit besteht, seinen Honig im allseits bekannten D.I.B. (Deutscher Imkerbund) Glas zu verkaufen.

Die Honigverarbeitung benötigt teilweise sogar mehr Zeit als die restliche Imkerei, da die Ansprüche der D.I.B.-Bestimmungen über die gesetzlich vorgegebenen der Honigverordnung noch hinaus gehen.

Die Veranstaltungen des Landesverband Westfälisch Lippischer Imker e.V. sind für alle zugänglich. Wenn man Interesse an solch einer Veranstaltung hat, kann man sich auch ohne Mitglied eines Imkervereins zu sein anmelden, was auch einige Interessierte der Imkerei machen, die nun  erfolgreich den Lehrgang „Grundausbildung für Neuimker“ begonnen haben.

Weitere Informationen über die Lehrgänge gibt es unter www.imkerakademie.de oder bei Interesse an der Imkerei können Sie sich gerne unter der Internetseite vom Imkerverein Siegen e.V. im Web unter www.imkerverein-siegen.de oder bei Ihrem Imker in Ihrer Nachbarschaft.

Bienenschwarm in und im Umkreis Siegen – Start ins Jahr 2018

Liebe Imkerinnen und Imker, Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ab jetzt beginnt die heiße Zeit für die Imker und nun beginnt auch die heiße Phase der Bienenschwärme. Lasst es bitte nicht drauf ankommen einen Bienenschwarm sich selbst zu überlassen. Oftmals wird sich direkt ein Imker freiwillig melden den Schwarm einzufangen.

In den Monaten April bis Juni 2018 ist die sogenannte Hochsaison zum Schwärmen von Bienen. Im letzten Jahr hatten wir noch einen sehr kühlen April 2017 welche die Bienen sehr geschwächt haben. In diesen Jahr 2018 wird dies allen Anschein nach ganz anders aussehen. Kräftige Bienenvölker nutzen den Überfluss an Nektar und Pollen, um sich zu teilen. Das ist ein natürlicher Prozess. Etwa die Hälfte der Bienen zieht mit der (alten) Königin aus und setzen sich in der Nachbarschaft als „Schwarmtraube“ in einen Baum o.ä.. Der Rest der Bienen bleibt in der Bienenkiste und zieht sich eine neue Königin heran.

Falls Sie sich nicht selbst trauen den Schwarm einzufangen, melden Sie sich bitte bei uns. Wir bringen alle Gerätschaften/Hilfsmittel mit um die Bienen ein sicheres Zuhause zu bieten.

Wenn der Schwarm unbemerkt das Weite suchen sollte, ist das dennoch kein Problem. Im Blick auf das verbleibende Restvolk in Ihrer Bienenkiste ist das ohnehin unerheblich. Es erhält in jedem Falle eine frische junge Königin somit erneuert das Volk sich auf diesem Wege selbst. Es holt den Verlust an Bienen schnell wieder auf und wird voraussichtlich auch noch eine gute Honigernte einbringen wird. Die mit dem Wechsel der Königin verbundene kurzzeitige Unterbrechung der Bruttätigkeit ist zudem eine natürliche Krankheitsvorsorge.

Das Schwarmgeschehen ist ein natürlicher Vorgang. Es ist aber im Interesse einer gelingenden Bienenhaltung und guter Nachbarschaft sinnvoll, den Schwarmprozess nicht einfach so laufen zu lassen, sondern ihn kontrolliert zu lenken.

Wir würden uns freuen – bei einer Sichtung eines Bienenvolkes – mit uns sofort Kontakt aufzunehmen.

Ihr Imkerverein Siegen e.V.

Karsten Krah: 0179 74 36 377

Martin Neziraj: 0176 76 77 9 206

Bildrecht: Martin Neziraj

Zu beachten ist: §§ 961-964

Suchmaschine: Carnica, Buckfast, Garten, Wespen, Imker, Tierheim Siegen, Innenstadt

 

Wie süß schmeckt das Siegerland? Erlebnisse aus meinem ersten Bienenjahr.

Honig aus dem Supermarkt? Brauche ich nicht mehr! Aber beim Hobby „Imkerei“ geht es um viel mehr als um Honig und um den Erhalt der Bienen. Das Imkern ist noch faszinierender als ich es mir vorstellt habe – so gibt es viel aus aus meinem ersten Jahr als Jungimker zu erzählen.

Die Imkerei hat mich schon seit meinerKindheit fasziniert. Mein Großvater war Imker und in unserer Nachbarschaft gab es auch immer Bienen.

Dann hat es aber doch lange gedauert bis ich durch ein Bienenprojekt im Kindergarten der Kids wieder neu begeistert wurde. So habe ich Kontakt mit dem Imkerverein Siegen e.V. aufgenommen, mich informiert, Imker besucht und mich schlussendlich im Verein angemeldet. Über die Wintermonate habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt, gelesen, die Vereinstreffen besucht und aucheinen Kurs fürJungimker begonnen.

So ist es auch gekommen, dass ich nun vor fast genau einem Jahr nicht nur mein erstes Volk im Garten stehen hatte, sondern auch den ersten Stich, leider im Gesicht.

Rings um meinen Bienenstand finden sich Wiesen und Felder in Hülle und Fülle. Wunderschön anzusehen und unterbewusst das Naturgefühl prägend. Im Frühjahr wechseln sich Klee und Löwenzahn mit vielen anderen bunten Blüten ab und verbreiten den Frühlingsduft.

Ein eindrückliches Erlebnis war, als wir Mitte Juniden ersten Honig – aus einem Stück Wabe gepresst – im Glas und auf dem Brötchen hatten: So süß schmeckt der Frühling im Siegerland! Wenn man die Augen schließt, dann sieht man wieder die bunten Wiesen – die Bienen machen den Frühling schmeckbar. Das macht auch jeden Honig so einzigartig, ganz besonders den Siegerländer Honig, da wir hier eine solch vielfältige Blütenlandschaft haben. So kann ich auch im Winter ein Stück Frühling und Sommer auf dem Brot haben und mich auf das neue Bienenjahr freuen.

Dass die Bienen gepflegt werden müssen weiß man spätestensseit der Diskussion um das Bienensterben. Ohne den Imker würden die Bienenvölker nicht sehr lange überleben. Bienenkrankheiten welche im Verlauf der Jahre eingeschleppt wurden machen es den Bienen nicht leicht. Monokultur und Chemie tragen ihren Teil dazu bei. Das Leben als Biene ist kein Honigschlecken.

So gehört es zu den Aufgaben des Imkers die Völker zu kontrollieren, zu führen, das Ausbreiten von Krankheiten zu vermeiden und die Bienen gegen die Varroa-Milbe zu behandeln. Dank unserer strengen Gesetze bleibt der Honig trotzdem frei von Substanzen die dort nicht hingehören. Hier hat mir im ersten Jahr mein Imkerpate, ein erfahrener Imker aus dem Verein, mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Das Wissen aus Büchern und dem Jungimkerkurs ist eine gute Sache, doch in der Praxis steht man doch oft unsicher am Bienenvolk und ist dankbar und beruhigt, wenn man auf die Erfahrung eines Altimkers zurückgreifen darf. Nicht nur deshalb ist der Imkerverein eine solch wichtige Sache. In unserem Verein tauschen wir uns aus, unterstützen uns und bringen uns ein. Auch wenn drei Imker vier Meinungen haben ist es doch oft so, dass man durch den regen Austausch die Hilfe bekommt, die man benötigt auch selbst zurückgeben kann, was man an eigener Erfahrung gesammelt hat.

Auch wenn sich dies nach viel Arbeit anhört, so gibt es noch eine Sache die ich im ersten Jahr als Besonders empfunden habe: Die Arbeit an den Bienen ist ungemein beruhigend. Die Bienen reagieren selbst gestresst, wenn ich gestresst und hastig mit ihnen arbeite. Nicht selten endet das mit Stichen. Spätestens dann werde ich wieder erinnert, dass ich selbst zur Ruhe kommen muss um dann gelassen und langsam meine Arbeiten zu verrichten. Dann empfinde ich sogar wirkliche Entspannung. Gerade nach einem anstrengenden Tag auf der Arbeit eine willkommene Abwechslung.

Es gäbe hier noch viel zu schreiben. Zum Beispiel wie mich die Imkerei naturverbundener gemacht hat und wie meine Kinder Flora und Fauna mit ihren Sinnen wahrnehmen und begeistert sind. Letztendlich möchte ich für einen bewussteren Umgang mit unserer unmittelbaren Natur werben, sei es mit Bienen oder anderen Lebewesen. Es gibt so viel zu entdecken und neu wert zu schätzen.

Hast du Interesse an der Imkerei bekommen? Du kannst dich gerne melden. Außerdem hat fast jede Stadt einen Imkerverein und jedes Land einen Landesverband. Die Imker sind gut organisiert. Über die Webseiten der Vereine findest du einen Ansprechpartner in deiner Region.

Was kannst du ganz konkret für Bienen und gegen das Bienensterben tun und ganz nebenbei ein Stück einer Heimat schmecken? – Support your local (honey-)dealer.

Benjamin Behr Imker seit 2017